Installation

Sequoia Mirabilis

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    Wald von NIEDERBRONN-LES-BAINS

    67110 – Bas-Rhin

    Der riesige Mammutbaum, der bei der Installation Sequoia Mirabilis im Mittelpunkt steht, war einst das Wahrzeichen des Niederbronner Waldes. Als die Stadt- und Gemeindeverwaltung ihn auch nach seinem Tod an Ort und Stelle bewahren wollte, beschloss der Künstler Patrick Meyer, den Baum wieder zum „Leben“ zu erwecken, indem er Wasser und Licht durch seinen Stamm leitete – wie für ein zweites Pflanzenleben…

    „Die Bewohner fühlten sich mit diesem im 19. Jahrhundert gepflanzten Riesenmammutbaum und seinem Bild in der Landschaft so verbunden, dass sie ihn auch nach seinem Tod (wahrscheinlich herbeigeführt durch eine Veränderung der unterirdischen Wasserläufe) bewahren und ihm ein zweites Leben als Kunstwerk schenken wollten.“

    Robert Grossmann, Vorwort der anlässlich der Installation veröffentlichten Publikation Sequoia Mirabilis

     

    Der Baum blieb also aufrecht stehen, wurde jedoch beschnitten und um fünfzehn Meter gekürzt. An seiner Spitze brachte man eine kreisförmige Regenrinne an, die das Regenwasser auffängt und es durch den Stamm in eine Schale leitet. Durch ein Rohr fließt das Wasser dann bis zum einer kreisförmigen Rinne am Fuß des Baumes. Auf der anderen Seite des Stammes wird die vertikale Achse nicht mehr vom Wasser, sondern vom Licht beherrscht: Eine weitere Aushöhlung führt im Baum hinauf und endet an seiner gespaltenen Spitze, wo ein auf 45 % ausgerichteter Spiegel montiert ist. Dank dieses periskopischen Systems kann der Besucher aus dem Inneren des Stammes das den Baum umgebende Panorama betrachten – fast so, als säße er selbst in der Krone dieses sinnfälligen Mammutbaums.

     „Bei diesem Werk ging es darum, so viel wie möglich des toten Baumes zu bewahren und ihn zu einer „natürlichen Skulptur“ zu erheben, ihm dabei jedoch zwei Funktionen zu geben, die sich ganz auf das Dasein und den Blick der Menschen beziehen: Durch die Hydraulikeinrichtung wird der Baum zu einer Art Springbrunnen mit einem Becken im Sockel, während das optische System ihn in ein Periskop verwandelt. Hier erhöht die Dunkelheit im Schilderhaus noch die optische Qualität und die poetische Dimension des Bildes.“ 

    Paul Guérin

     

    1999

    Riesenmammutbaum, Holz, Kuper, optischer Apparat (konstruiert von der École Nationale Supérieure de Physique de Strasbourg)
    Höhe: 15 m