Installation

Pages d’Herbes

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    Mediathek der MEINAU

    Die Installation Pages d’Herbes („Grasseiten“) verbindet die Natur, aus der das verwendete Material stammt, mit der Kultur, die sie repräsentieren will. Wie ein aufgeschlagenes Buch erwarten diese „Blätter“ den Besucher am Eingang der Meinauer Mediathek,    auf denen die Ausrichtung der  Stängel  an eine Handschrift erinnern.

    Die Grenze zwischen Natur und Kultur ist hier gänzlich verschwommen. Pages d’Herbes gehört zu den neueren Installationen auf der Straße der zeitgenössischen Kunst, die – anders als die frühen Werke, die auf eine originelle Integration von Kunst in eine natürliche Umgebung zielten – hier unmittelbar in einem architekturalen und kulturellen Umfeld stehen. Fast scheint es, als wäre es Claudie Hunzigers Absicht gewesen, ein wenig Grün in dieses moderne Gebäude zu bringen! Deswegen füllte sie ihre Blätter nicht mit Literaturzitaten, wie etwa Gloria Friedmann bei ihrem Kunstwerk im Haguenauer Wald, sondern gibt der Natur selbst das Wort. Diese spricht freilich nicht die gleiche Sprache wie der Mensch – und doch meint die Künstlerin : „Indem ich eine Pflanze in eine Buchseite verwandle, will ich gewissermaßen eine zeichenlose Materie befreien, die im hintersten Winkel der Erde gefangen gehalten wird.“ (qui détient les signes, le Monde?)

    Auszug aus dem Katalog V’Herbes

     

    Versuchen wir also, den Rhythmus der Gräser zu entziffern, den Claudie Hunzinger hier für uns fixiert hat, und  lassen wir uns von demselben Lüftchen tragen, der über die Gräser zu wehen und sie zum Rascheln zu bringen scheint.

    Pages d’Herbes entstand im Auftrag der Stadt Straßburg – mit der künstlerischen Beratung des CEAAC

     

    2005
    4 Grasseiten, Glyceria maxima
    2,20 x 1,20 m