Installation

Les Arbrorigènes

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    PARC DE POURTALÈS – Strassburg

    Diese Skulpturen, die im Sommer fast völlig im dichten Blätterwald verschwinden, sind letztlich auch deswegen so schwer auszumachen, weil sie selbst  ein Teil der Natur sind: mit ihrer pflanzlichen Außenhaut gehen die Figuren wie durch Mimese in den Farben ihrer Umgebung auf. Und der Betrachter ist eingeladen, dieses ästhetische Meisterwerk einer kunstgewordenen Natur wortwörtlich zu „entdecken“.

    Doch Ernest Pignon Ernests künstlerischer Ansatz ist wohl mehr als eine persönliche Fortsetzung jener literarischen und künstlerischen Strömung, die seit der Antike das Menschliche und das Pflanzliche durch Verwandlung oder Hybridisierung – ähnlich wie in Ovids Metamorphosen – zueinander in einen symbolischen, ja fantastischen Bezug setzt. Tatsächlich will der Künstler hier die Photosynthese selbst, diesen komplexen, für Pflanzen wie Menschen lebenswichtigen Prozess der Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie, poetisch festhalten.

     

    „Ich erfasse und biete ein Naturphänomen in Aktion.“

    Seither folgen seine anthropomorphen Pflanzenskulpturen dem Laufe der Zeit. Tagsüber produzieren die Arbrorigènes in einem chemischen Prozess, der mit Hilfe des Wissenschaftlers Claude Gudin erarbeitet wurde, über das Chlorophyll in den Mikroalgen ihres Polyurethanschaum-Körpers lebenswichtigen Sauerstoff. In der Nacht atmen sie – wie jeder andere Mensch auch –, indem sie Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid ausstoßen. Wie der sagenhafte Pygmalion hat der Künstler es geschafft, seinen Skulpturen Leben einzuhauchen! So verbindet Ernest Pignon Ernest die Regularität eines biologischen Vorgangs mit der Stichhaltigkeit der künstlerischen Geste.

    1988 – Mikroalgen auf Polyurethan-Schaum – Höhe 1,80 m.