La ligne des amers

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    BERGES DU RHIN

    Deichweg

    Zwischen Kilometerstein 306,5 und 308, vor der Schleuse

    67760 Gambsheim, Bas-Rhin

    „amer: n. m. (1683. merc, scandin. merki V. marque). Mar. Fester, sichtbarer Gegenstand, der an einer Küste als Orientierungshilfe dient“ (aus dem französischen Wörterbuch „Petit Robert“)

    Diese Installation begleitet den Spaziergänger auf einem besinnlichen Spaziergang entlang des Rheins. Sie besteht aus fünfzehn Kilometersteinen, von denen jeder die Fotografie einer Landschaft trägt. Fünfzehn Landschaften, die dem Fluss gegenüberliegen, auf den Stufen zur Festung des geeinten Europas; wie kleine Heiligtümer, dem Fernweh oder der Angst vor dem anderen „gewidmet“, symbolisieren sie den Gleichmut klarer Trennlinien oder die Sorge über gemeinsame Grenzen. Fünfzehn zarte Landschaften, fixiert in zarter weißer Emaille, jenem hellen, haltbaren Material, in dem man auf Friedhöfen die Gesichter des Jenseits darstellte. Fünfzehn Landschaften, die sich entlang des Flusses dialogisch verknüpfen wie eine dem Spaziergänger dargebotene Songline.

    Dunkle Bilder, aufgenommen am Rand des Abgrunds und in enger Verbindung mit den Elementen: Wasser, Himmel, Erde und Wind scheinen zuweilen im Moment ihres schwierigen Miteinanders festgehalten, in einer Atmosphäre, deren Dichte und Materie jene Atome spürbar machen, aus der Lukrez zufolge die „Natur der Dinge“ besteht. Menschen gibt es auf dieser düsteren Erde nicht. Und doch beschwören Gebäude und vergessene Konstruktionen – Aussichtstürme, Windräder, Nebelhörner, Ketten und Leuchttürme – als Symbole vergangener Größe oder einer gerade stattfindenden Flucht ihre Verunsicherung und ihre Geheimnisse herauf.“

     

    Alain Willaume

    La Ligne des Amers ist eine Auftragsarbeit des CEAAC in Kooperation mit den Voies navigables de France.