Installation

Ce n’est pas ici

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    Parc de Pourtalès – Straßburg

    Das auffälligste Element dieser Installation ist zweifellos der Bronze-Abguss des berühmten, weiblich gerundeten Sessels „UP5“ von 1965. Die Ausführung in Bronze und die Umsetzung nach draussen machen aus dem  Hausgegenstand ein bildhauerisches Objekt. Der Gummiball, der  auf dem Boden liegt und durch eine Kette mit dem Sessel verbunden ist, erinnert an die Eisenkugel am Fuße eines Häftlings. Die Form einer gestutzten Eibenhecke symbolisiert ein Haus und auf der Spitze einer Konstruktion, die an einen zu hohen Blumentopf oder einen künstlichen Stamm aus eisenbeschlagenen Holzlatten erinnert, thront ein kleiner Baum. All diese Elemente erscheinen in zweifacher Hinsicht ambivalent: einerseits bestehen sie aus Materialien, die den dargestellten Gegenständen nicht entsprechen; andererseits bringen sie die gedanklichen Kategorien von Haus-/Gartengegenständen und von privatem/öffentlichem Raum völlig durcheinander.

    „Die Materialen, die man heute künstlich nennt, können es mit den traditionellen Werkstoffen durchaus aufnehmen. (…) Der reine Bezug zwischen Form und Funktion reicht nicht mehr aus. Man muss ihm auch einen Sinn geben. Das erlaubt dem Designer, im Hinblick auf Materialien und Technologien Stellung zu beziehen.“ Gaetano Pesce, Écrits sur le design, 1991

    Das Skulpturen-Ensemble schwebt also in einem Raum zwischen intimer, privater und öffentlicher Sphäre. Doch dort ist das Werk laut Gaetano Pesce eigentlich gar nicht zu suchen: Mit dem Titel Ce n’est pas ici verweist es augenzwinkernd auf Magrittes Ceci n’est pas une pipe und stellt die ewige Frage nach den Möglichkeiten von Abbildung in der Kunst.

     

    Skulpturen-Ensemble. Materialien: Bronze, Holz, Metall, Gummi, Pflanzen
    8,6 x 4,4 x 4,8 m – 1999