Das CEAAC (Centre Européen d’Actions Artistiques Contemporaines) entstand 1987 im Rahmen einer gemeinsamen Initiative der Region Elsass, des Generalsrates im Département Bas-Rhin und der Stadt Straßburg und hat den Auftrag, zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen und regionale Künstler in ihrem Schaffen zu unterstützen. Gründungspräsident ist der ehemalige General- und Gemeinderat Robert Grossmann.

Als sich Ende der 1980er Jahre neue Ansätze in der Kulturpolitik abzeichneten und sich die Beziehung zwischen Künstlern, Bürger und politischen Institutionen zu wandeln begann, widmete sich das CEAAC in seinem ersten großen Projekt der Analyse dieser neuen Herausforderungen und organisierte sein allererstes Kolloquium „Künstler in der Stadt – neuer Raum für Kunst in der Stadt“ (1988). Eingeladen waren die wichtigsten Protagonisten dieser neuen gesellschaftlichen Bewegung. Ein selbstpublizierter Tagungsband dokumentierte die Pläne und Zielsetzungen des neuen Kunstzentrums: Sein Anliegen ist es, Raum für die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst zu schaffen und Kunstwerke aus ihren angestammten Orten – Galerien und Museen – loszulösen, um sie ins tägliche, urbane Leben zu integrieren.

Die erste Mission des CEAAC: Kunstwerke im öffentlichen Raum

Mit dem Ziel, im Laufe der Zeit immer mehr Kunstwerke unter freiem Himmel auszustellen – in der Stadt oder auf dem Land;  dort, wo der Spaziergänger sie täglich besuchen oder zufällig entdecken kann – legte das CEAAC im Jahr 1988 den Grundstein für die Straße der zeitgenössischen Kunst. Die erste Installation im öffentlichen Raum war Ernest Pignon‑Ernests Werk Les Arborigènes im Skulpturenpark Pourtalès im Nordosten von Straßburg, der heute neun zeitgenössische Kunstwerke beherbergt.

Stellt ein Künstler sein Werk unter freiem Himmel aus, wo es den Blicken von Passanten und Spaziergängern ausgesetzt ist, so lädt er diese damit zum Staunen oder zum Träumen ein: Im Zusammenspiel mit seiner Umgebung macht das Kunstwerk den Vorübergehenden plötzlich zum Betrachter. Um diese Begegnungen konstruktiv zu gestalten, bietet das CEAAC den Bürger an, sie bei ihrer Entdeckung der zeitgenössischen Kunst zu begleiten. Bei Führungen und pädagogischen Werkstätten können kleine und große Besuchern die Kunst (für sich) entdecken, und zahlreiche Bücher und Broschüren helfen dabei, die Installationen besser zu verstehen.

Das Kunstzentrum des CEAAC: Ausstellung und Verbreitung zeitgenössischer Kunst

Im Jahr 1994 bezog das CEAAC seine neuen Räumlichkeiten in der Rue de l’Abreuvoir im Straßburger Viertel Krutenau, nicht weit entfernt von der Universität und der Hochschule für Dekorative Kunst. Das Haus wurde von Eric Gauthier saniert und so umgebaut, dass es

Künstlern aus aller Welt und Nachwuchstalenten aus der Region ausreichend Platz zur Präsentation ihrer Kunstwerke bietet.

Seit rund zwanzig Jahren fördert das CEAAC junge Künstler aus dem Elsass mit Preisen und Jahresstipendien, die es in seinem eigenen und im Namen der Region Elsass, der Generalräte der Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin sowie der Städte Straßburg, Colmar und Mülhausen vergibt. Bisher wurden über hundert Künstler ausgezeichnet und haben in diesem Rahmen im Haus des CEAAC gearbeitet und/oder ihre Werke dort ausgestellt.

Die internationalen Residenzprogramme des CEAAC

Anfang der 2000er Jahre rief das CEAAC sein Residenzprogramm ins Leben und schloss zahlreiche Abkommen mit Partnerresidenzen im Ausland. Das Programm bietet regionalen Künstlern die Möglichkeit, für einen Zeitraum zwischen einem und drei Monaten in einem anderen Land zu wohnen, sich unter der Betreuung der ausländischen Kunstzentren ihren Projekten mit Bezügen zum jeweiligen Aufenthaltsort zu widmen und die dortige Kunstszene zu entdecken. Außerdem nimmt das CEAAC seinerseits Künstler aus dem Ausland im Appartement International auf, das gleich neben dem Kunstzentrum liegt, und stellt ihnen im Atelier International einen Arbeitsbereich zur Verfügung.

Im Anschluss an einen solchen Austausch geben ein Katalog oder eine Ausstellung den jungen Künstlern die Gelegenheit, ihre Arbeit im Ausland bekannt zu machen. Bis 2009 zeigte das CEAAC die Werke seiner Residenzkünstler in den hierfür vorgesehenen Räumlichkeiten in der Rue de Rosheim in Straßburg, ganz in der Nähe des Atelier International.

Seit 2009 finden diese Ausstellungen im Espace International des CEAAC-Kunstzentrums in der Rue de l’Abreuvoir selbst statt. So haben die Kunstwerke eine noch bessere Sichtbarkeit und erreichen ein größeres Publikum. Jedes Jahr nehmen rund dreißig Künstler am internationalen Residenzprogramm teil.

In den vierundzwanzig Jahren seines Bestehens hat das CEAAC 35 Kunstwerke im öffentlichen Raum ausgestellt, mehr als … Ausstellungen organisiert, rund sechzig Werke veröffentlicht, … internationale Residenzkünstler empfangen und noch mehr ins Ausland geschickt.

Die Geschichte des Hauses in der Rue de l’Abreuvoir

Bei dem Gebäude, in dem das CEAAC heute zu Hause ist, handelt es sich um das ehemalige Geschäft des Straßburger Glas- und Porzellanwarenhändlers Neunreiter, das 1902 von dem Architekten Ferdinand Karlweit errichtet wurde. Die Wandmalereien stammen von Adolphe Zilly.

Im Jahr 1995 wurde das Haus durch den Architekten Eric Gauthier saniert, der dafür von der Jury des Rheinischen Architekturpreises 1997 mit einer besonderen Ehrung ausgezeichnet wurde. Die typischen Jugendstil-Elemente – Säulen, riesige Decken mit Pflanzenornamenten, reich verzierte Holztäfelungen und die schmiedeeisernen Treppengeländer – konnten dabei erhalten werden.

Das Kunstzentrum ist das Herzstück des CEAAC und erstreckt sich auf rund 300 m2 über zwei Stockwerke. Im Jahre 2009 wurde auf der zweiten und dritten Etage des Gebäudes ein zweiter Ausstellungsraum eingeweiht: der Espace International, wo die ausländischen Residenzkünstler ihre Werke präsentieren.

Video: http://alsace.france3.fr/art-nouveau/index.php page=article&numsite=3404&id_rubrique=3617&id_article=9257

 

Gründungsmitglieder des CEAAC

Juliane Meyer, Responsable Arts Plastiques Direction de la Culture de la Ville de Strasbourg
Catherine Trautmann, Conseillère municipale de Strasbourg
Robert Grossmann, Conseiller Général du Bas-Rhin et Adjoint au Maire de Strasbourg
Hervé Busse, Conseiller Général du Bas-Rhin
Philippe Garing, Directeur Général des Services de la Région
Philippe Thouviot, Chef du Bureau de l’action culturelle du Conseil Général du Bas-Rhin
Jean-Yves Bainier, Conseiller aux Arts Plastiques DRAC Alsace
François-Georges Dreyfus, Adjoint au Maire de Strasbourg
Guy Sautter, Vice-Président du Conseil du Conseil Régional d’Alsace
Fernand Cotleur, Conseiller Régional d’Alsace
Germain Muller, Conseiller municipal de Strasbourg
Roland Recht, Conservateur en chef des Musées de Strasbourg
Benoît Choquet, Directeur Régional des Affaires Culturelles
Alexandre Zahnbrecher, Conseiller municipal de Strasbourg