Les Séparés

    In Anlehnung an Antonin Artauds berühmten Satz „Ich bin getrennt“ thematisiert diese Ausstellung die Figur des Subjekts und die Möglichkeit einer ursprünglichen Dualität, die häufig als Zerrissenheit wahrgenommen wird. Die Ausgangshypothese ist dabei die Entstehung des Doppelgängers durch Spaltung.

    Der Begriff des „Doppelgängers“ verweist auf die Idee des „Doubles“, lässt jedoch manche Frage offen: Können zwei „Doubles“ gleichzeitig identisch und unterschiedlich sein? Wie entsteht ein Doppelgänger überhaupt? Im Grunde handelt es sich weniger um ein Ergebnis oder einen Selbstzweck als um eine Produktionsweise des Werkes, der verborgenen Seiten unseres Lebens und vielleicht der ganzen menschlichen Welt.

    Anders als beim „Doppelgänger“ im wörtlichen Sinne, der sich durch äußerliche Ähnlichkeit mit seinem Gegenstück auszeichnet, ist die „Verdopplung“ des mythologisch ungewissen, essentiell literarisch-romantischen Doppelgängers eine innerliche. Das von einem inneren Verdopplungsphänomen betroffene Individuum nimmt sich als jemand anderes wahr und bleibt doch gleichzeitig es selbst. Auch wenn dieses Spaltungserlebnis zwangsläufig intim ist, wird es weithin geteilt – zumindest in Einzelfällen, manchmal aber bis zum Chaos. Außerdem pendelt der Doppelgänger ständig zwischen Strukturverlust und allgemein geteilter Struktur.

    Als verborgenes Gerüst dieser ersten Ausstellung dient das Romanfragment „Petrolio“, an dem Pier Paolo Pasolini bis zu seinem Tod arbeitete und in welchem die Trennung des Helden Carl von seinem Doppelgänger Carlo einige Verwirrung und im Grunde die gesamte Romanhandlung auslöst.

    Mit Bruant & Spangaro, Cécile Dauchez, Koenraad Dedobbeleer, Claire Fontaine et Karl Holmqvist, Karl Holmqvist, David Lamelas et Corin Sworn.