Ana Jotta

    Geboren 1946 in Lissabon (Portugal), wo sie lebt und arbeitet.

     

    Ana Jotta erforscht seit über vierzig Jahren alle künstlerischen Formen von Malerei, Bildhauerei, Installation, Sound, Fotografie bis zu den sogenannten „niederen Künsten“ (Nähen, Töpfern, Sticken). Ihre vielgestaltige Arbeit hat keinen eindeutigen Stil und verweigert sich jedem Verdacht von künstlerischer Autorschaft. Ana Jotta ist vielmehr eine Sammlerin, die sich Objekte, Bilder, Sätze und Titel anderer Autoren aneignet. Sie schreibt: „Ein Literaturfan sollte sagen: ‚Die Literatur an sich interessiert mich nicht, aber ich bestehe aus Literatur, ich bin und kann nichts anderes sein als Literatur.’“

    Ana Jotta erfindet für jede Ausstellung neue, unerwartete Präsentationsformen. So soll dem Besucher bewusst werden, dass es vielleicht keine Trennung zwischen der Kunst selbst und der Art gibt, wie sie ausgestellt ist. Ihre Werke bestehen aus einer Reihe dynamischer Brüche, die eine Art Tilgung verkörpern: Tilgung der eigenen Spuren, Tilgung modernistischer Ideologie und postmoderner Mythologien, aber auch Tilgung der Idee von Autorschaft. Indem sie diese Idee auseinandernimmt oder rekonstruiert, versucht sie, die Vorstellung stilistischer Kohärenz und Eindeutigkeit zu zerschlagen.

    Die beiden in der Ausstellung präsentierten, bemalten Leinwände spielen mit der Ambiguität zwischen fixem und bewegten Bild. Ihre Titel Un printemps („Ein Frühling“) und Le Bonheur des tristes („Das Glück der Traurigen“) weisen den Weg in weitere Vorstellungswelten.